Kinder sind das Schönste auf der Welt und ein unerschöpfliches Streitthema. Die Bildschirmzeit. Die Schlafenszeit. Die Süßigkeiten bei Oma und Opa. Hausaufgaben, Taschengeld, die Strafe, die zu hart oder zu lasch ist. Die Eltern eines Freundes, die alles erlauben. Und die große Frage der unruhigen Nächte: Wer steht diesmal auf?
Diese Streits werden schnell zum Missverständnis, weil jeder glaubt, das Kind zu schützen. Jeder Elternteil macht es so, wie er es selbst als Kind erlebt hat, oder ganz bewusst umgekehrt. Müdigkeit hilft auch nicht. Und wenn der Streit vor dem Kind ausbricht, wird er schnell zur Frage des Stolzes: Dann muss man gewinnen, nicht mehr nur entscheiden.
Für ein faires Urteil geh davon aus, dass beide Erwachsenen das Beste für das Kind wollen. Lies beide Versionen und denk daran, dass dieselbe Person sie geschrieben hat. Trenn den Inhalt, also die Regel, um die es geht, von der Art, zum Beispiel sich vor dem Kind zu widersprechen oder allein zu entscheiden. Eine Regel steht hier übrigens nicht zur Abstimmung: Keine Geschichte darf ein Kind erkennbar machen. Kein Vorname, keine Schule, keine Stadt, kein zu genaues Detail.