Mit den Schwiegereltern gibt es reichlich Reibungsflächen. Der Überraschungsbesuch am Sonntagmorgen. Der ungefragte Rat zum Kochen oder zur Erziehung der Kinder. Das Aufteilen der Feiertage zwischen zwei Familien. Das Geschenk, das ungewollt kränkt. Und mittendrin dein Partner oder deine Partnerin, der oder die sich vor allem wünscht, dass sich alle verstehen.
Diese Streits werden schnell zum Missverständnis, weil zwei Familienkulturen aufeinandertreffen. In der einen Familie kommt man unangemeldet vorbei: ein Zeichen von Zuneigung. In der anderen ist das ein Übergriff. Niemand hat unbedingt böse Absichten, aber jeder wendet seine eigenen Regeln an, ohne sie je laut ausgesprochen zu haben.
Für ein faires Urteil frag dich zuerst, wer eigentlich mit wem uneins ist. Du und deine Schwiegermutter? Oder du und dein Partner, der nichts gesagt hat? Lies beide Versionen und denk daran, dass sie von derselben Person stammen. Dann trenn Inhalt und Art. Eine Schwiegermutter kann in der Sache recht haben und es trotzdem ungeschickt sagen. Umgekehrt kommt das natürlich auch vor. Und wenn zwei Gewohnheiten ganz ohne Bosheit aufeinanderprallen, bleibt „Keiner hat unrecht“ eine Möglichkeit.